Licht, Farbe und Leben

Vernissage zur Ausstellung mit Werken von Alayde Pargas de Feifel am Donnerstag, 24. 9. 26, 19-21 Uhr im Rathaus

Ein Plakat kündigt eine Vernissage am 24.9.26, 19-21 Uhr an, Künstlerin: Alayde Pargas de Feifel



Trifft man die Künstlerin mit dem südamerikanischen Flair, springt der so viel beschriebene Funke direkt über. Temperament, Wärme und der Sinn fürs Schöne, das lebt die gebürtige Venezuelanerin im Alltag. Tanzen, Malen, Dekorieren - das Kaleidoskop des künstlerischen Ausdrucks ist immens. 
Alayde Pargas de Feifel lädt ein: "Stellen Sie sich vor: Eine Kindheit in Caracas - Venezuela, in der die Farben und Bilder bereits im Blut lagen. Mein Onkel und mein Vater – bekannte Kunstmaler in Venezuela – schenkten mir schon früh den Blick für das, was hinter den Dingen leuchtet: für Licht, Schatten und Farben. Diese Leidenschaft führte mich während meines pädagogischen Studiums mit großer Begeisterung in die Kunst. Auch wenn ich später aus persönlichen Gründen zum Jurastudium wechselte, ließ mich die Malerei nie los. In Deutschland schloss ich meine Prüfung zur Pädagogin mit einer Facharbeit zum Thema Kunst ab – und kehrte damit zu dem zurück, was mich von Anfang an bewegt hat. Meine Bilder entstehen aus persönlichen Erinnerungen, Erlebnissen, Begegnungen und den Farben meines Lebens. Sie spielen mit Licht und Schatten und spiegeln Gefühle wider – leise, intensiv, manchmal überraschend. Unter dem Titel „Licht, Farbe und Leben“ lade ich Sie herzlich zur Vernissage ein. Kommen Sie und lassen Sie sich von diesen Farben und Geschichten berühren. Entdecken Sie, was in den Bildern für Sie selbst lebendig wird. Ich freue mich darauf, Sie dort willkommen zu heißen."
 

Wer ist Alayde Pargas de Feifel?

Eine Frau mit Pinseln und Farbe - die Künstlerin Alayde Pargas de Feifel
Alayde Pargas de Feifel © privat

Die Ausstellung findet im Rahmen der Reihe „Kunst im Rathaus" 2026 statt, und Alayde Pargas de Feifel ist damit die erste Künstlerin, die die Reihe nach der Sommerpause 2026 wieder eröffnet. Wer aber ist die Frau hinter diesen Werken? Wir haben mit Alayde Pargas de Feifel gesprochen – über ihre Herkunft, ihren ungewöhnlichen Namen, ihre Kunst und die Frage, was sie sich für die Zukunft wünscht.
Wenn Sie sich jemandem vorstellen müssten, der Sie noch nicht kennt – wer ist Alayde Pargas de Feifel? Und was verrät eigentlich Ihr eher seltener Vorname über Sie?
Alayde Pargas de Feifel: Ich bin freischaffende Künstlerin und Erzieherin aus Leidenschaft. Mein Vorname stammt übrigens aus dem Germanischen – von „Adelheid" – und bedeutet die „Edle". Ausgewählt wurde er von meinem Großvater, der eine starke emotionale Bindung zu Deutschland hatte, was mir früher gar nicht so bewusst war.

Sie sind in vielfältiger Weise künstlerisch unterwegs – lassen Sie uns an dieser Vielfalt teilhaben. Wie würden Sie Ihr Leben abseits des Ateliers beschreiben?
Pargas de Feifel: Grundsätzlich liebe ich es zu malen und dabei in meiner eigenen Welt zu sein. Daneben gestalte ich sehr gerne Accessoires und Schmuck und liebe es zu tanzen. Seit Juli bin ich außerdem glücklich wieder in einer Theatergruppe in Mannheim aktiv. Mein Leben abseits des Ateliers ist dadurch sehr vielfältig geprägt von meiner beruflichen Tätigkeit als Erzieherin, den vielen Hobbys und nicht zuletzt der Zeit mit Freunden und Familie, die mir sehr wichtig sind.

Sie wurden in Caracas, Venezuela, geboren und wuchsen in Chejendé im Bundesstaat Trujillo auf – was verbinden Sie mit Ihrer Kindheit?
Pargas de Feifel: Wie bei vielen Menschen gab es positive und negative Erlebnisse in meiner Kindheit. Heute würde man mich als kokette kleine Pipi Langstrumpf bezeichnen, die allerdings auch sehr still viel gelesen hat. Schon damals prägte mich die Kunst, und da ich in der Jugend auch viel Zeit mit meinen Großeltern verbrachte, gehört auch der Genuss von Käse dazu – mein Großvater hatte eine eigene Käsefabrik.

Verraten Sie uns Ihr Alter, und weshalb und wann Sie nach Deutschland gekommen sind und wie es dazu kam, dass Sie ausgerechnet in Plankstadt Ihre Heimat gefunden haben?
Pargas de Feifel: Ich wurde am 21.01.1969 geboren und bin aktuell 57 Jahre alt. Nach Deutschland bin ich 1995 durch die Liebe ausgewandert – damals noch mit dem Plan, nach zwei bis drei Jahren gemeinsam zurück nach Venezuela zu gehen. Dass ich schließlich in Plankstadt meine Heimat gefunden habe, war ebenfalls der Liebe zu verdanken.

Wann haben Sie zum ersten Mal gespürt, dass Kunst für Sie mehr sein könnte als nur ein Hobby? Und gab es Menschen, die Sie auf diesem Weg ermutigt oder vielleicht auch gebremst haben?
Pargas de Feifel: Das war, als eine Besucherin die Wandmalerei in den Kinderzimmern meiner Kinder gesehen hatte und mir daraufhin den Auftrag für ein 45 Quadratmeter großes Wandbild in ihrer Villa gab. Der Weg war allerdings nicht immer leicht: Früher wollten Menschen meine Werke, waren aber nicht bereit, sie zu honorieren, was mich traurig machte – ich gab das Malen deswegen für einige Zeit ganz auf. Es waren meine Freundinnen und mein aktueller Partner, die mich ermutigt haben, wieder mehr zu malen und meine Kunst zu leben.

Ihre Geschichte wurde sogar zum Dokumentarfilm. Erzählen Sie uns, wie es dazu kam?
Pargas de Feifel: Durch meine kulturellen Aktivitäten hatte eine venezolanische Regisseurin von mir gehört und mich kontaktiert, da sie das Leben von Migranten filmen wollte.

Was passiert in Ihnen, bevor ein neues Kunstwerk entsteht? Arbeiten Sie eher aus einem spontanen Impuls heraus oder entwickeln Sie Ihre Werke sehr bewusst und geplant?
Pargas de Feifel: Ich beobachte intensiv meine Umgebung, die Menschen und die Natur um mich herum, und das löst dann den Impuls und die Gedanken für ein Bild aus. Dabei ist es immer ein Mix aus beidem - Spontanität und Planung, individuell verschieden bei jedem Bild.

Wie viel von Alayde Pargas de Feifel steckt in Ihren Bildern – und gibt es ein Werk, das Ihnen besonders nahesteht, weil eine persönliche Geschichte dahintersteckt?
Pargas de Feifel: Sehr viel, denn ich gebe meine Erlebnisse, Eindrücke und Begegnungen aus meinem Leben darin wieder. Besonders nahe steht mir das Werk „Yanomami" – es zeigt eine Indigene und erinnert mich an meine Wurzeln, auf die ich sehr stolz bin.

Sie drücken sich in verschiedenen Techniken aus – wie kam es dazu? Können Sie sich von einem Werk emotional lösen, sobald es fertig ist, oder bleibt es immer ein Teil von Ihnen?
Pargas de Feifel: Ich probiere und experimentiere gerne mit verschiedenen Techniken und Materialien. Von einem fertigen Werk kann ich mich aber nie ganz lösen, denn es bleibt immer ein Teil von mir, da meine Gefühle darin stecken.

Was möchten Sie bei den Menschen auslösen, die Ihre Kunst betrachten, und gibt es einen Unterschied zwischen der Alayde, die ein Kunstwerk erschafft, und der Alayde im privaten Alltag?
Pargas de Feifel: Die Betrachter sollten nicht nur die Farben und Techniken sehen, sondern sich in meinen Bildern erkennen, fühlen, sich freuen – einfach Emotionen wahrnehmen. Einen Unterschied zwischen der malenden und der privaten Alayde gibt es dabei eigentlich nicht, abgesehen davon, dass ich beim Malen geistig in einer anderen Welt bin und die Zeit um mich vergesse. Ansonsten bin ich der gleiche Mensch.

Die berühmten drei Wünsche – wenn Sie die frei hätten, welche wären es?
Pargas de Feifel: Eigentlich die üblichen Dinge: Gesundheit, Wohlstand und, im Besonderen, endlich wieder die Freiheit für Venezuela mit einer ehrlich gewählten Regierung.

Gibt es etwas, das Sie durch Ihre Kunst über sich selbst gelernt haben, und wo sehen Sie sich selbst in zehn Jahren – als Künstlerin, aber auch als Mensch?
Pargas de Feifel: Ich habe gelernt, dass ich die Welt mit anderen Augen wahrnehme, was ich als positiv und gut empfinde und als Bereicherung sehe. In zehn Jahren sehe ich mich als erfolgreiche und geschätzte Künstlerin – privat glücklich und gesund.

Wenn Sie der jüngeren Alayde begegnen könnten: Was würden Sie ihr heute sagen, und was möchten Sie beim Betrachter Ihrer Bilder letztlich auslösen?
Pargas de Feifel: Ich würde ihr sagen: Sei du selbst und achte nicht darauf, was andere sagen. Und bei den Betrachtern meiner Bilder möchte ich vor allem positive Gefühle wie Freude und Frieden auslösen – aber auch ein Erkennen von sich selbst und der Umwelt.

Die Ausstellung „Kunst im Rathaus" mit Werken von Alayde Pargas de Feifel unter dem Titel „Licht, Farbe und Leben" ist vom 22. September bis 27. November 2026 zu sehen. Zur Vernissage mit Musik am 24. September 2026, 19-21 Uhr sind alle interessierten Bürgerinnen und Bürger herzlich eingeladen.