Rockiger Abschied von der Mehrzweckhalle

Leider wenige Gäste - aber die haben gerockt!

Eine bunt beleuchtete Bühne mit Menschen davor
K'lydoscope rocken die MZH zum letzten Mal vor dem Abriss © Gemeinde 

Party vorbei – Flohmarkt am Freitag – das Ende der MZH ist nah!

Tränen gab es keine aber viele emotional geladene gemeinsam gesungene Schlusssongs mit der starken Band K’lydoscope von „The Final Countdown“ von Europe bis „Rebel Yell“ von Billy Idol oder der Ode an den „Wannsee“ von den Toten Hosen. Arm in Arm standen die Finalgäste bei der Closing-Night der Mehrzweckhalle vor der Bühne, schwenkten die Arme zum Adieu, ließen sich von K’lydoscope-Frontmann Martin Orth 8Keyboard, Gesang), Andreas Frank (Gitarre), Fabio Di Bernardo (Bass) und Simon Kammerer (Schlagzeug) anfeuern und mitnehmen in beste Feierstimmung. Und wenn sogar ein gestandener Handballer „My Heart will go on“ von Celine Dion in einer recht eigenwilligen Version ins Mikrofon und von der Bühne schmettert, dann fiel wohl so manchem doch der Abschied von der altehrwürdigen Dame „Mehrzweckhalle“ richtig schwer.

Der Charme der orangefarbenen und braunen Wände, die Holzverkleidungen, der ockerfarbene Vorhang der zum letzten Mal schloss – es gibt viele Erinnerungen an diesem letzten Abend, die von den Besuchern gerne erzählt werden: „Hier habe ich Handball spielen gelernt“, „Meine erste Turnstunde und unzählige mehr haben hier stattgefunden“ oder auch „Wir haben hier Meisterschaften gefeiert“ und „Die Keglerbälle waren legendär“ erzählten einige Besucher.

Eine farbig beleuchtete Bühne mit einer Band, davor tanzende Menschen
Die Musik vom K'lydoscope bringt die Gäste zum Tanzen © Gemeinde 

Keglerbälle, Konzerte der USArmy, sportliche Siege und Niederlagen

Der ehemalige Hallenwart Matthias Weber gar führte die Feste und Konzerte mit den Amerikanern an, an die er sich gerne erinnere und die Zeit mit den Handballern in der Halle und dem guten Verhältnis zueinander. Bürgermeisterstellvertreter Gerhard Waldecker indes plauderte aus seiner Zeit als Handball-Abteilungsleiter, als die Handballer abgestiegen waren und man für Hallentrainingszeiten keine eigene Halle hatte und auswärts von Heidelberg bis Mannheim für jedes Training ordentlich zahlen durfte. Die Eröffnung der MZH erinnerte er gut, sie war am 11.8.78: „Es waren hier deutlich mehr Leute als heute, aber es gab auch ein Wahnsinnsbuffet damals.“

Vom ersten Handballspiel am Donnerstag, 7.8.78, verlas er den Spielbericht der beschreibt, dass die TSG Handballer in der untersten Kreisklasse spielten, die es damals gab. Das Eröffnungsspiel in der Halle lief gegen den TV Brühl mit dem Endstand 13:10 für die TSG Plankstadt. Spannende Einblicke in das Spiel von 1993, das den Aufstieg zur Folge hatte und zu dem führte „was heute noch geleistet und erreicht wird“, lieferte er zudem. Damals war es „nur“ ein Kreisligaspiel, das vor 1000 Zuschauern stattfand, daran solle man in der PLARENA nicht nur sportlich, sondern auch mit den Publikumszahlen anknüpfen. Keglerlegende Gunther Bauer kam zu den Plänkschder Keglern und ist geblieben: „Immer gerne auch mit Keglerveranstaltungen in der MZH, wie die Keglerbälle und den „Rock in den Mai“, sprach er von seiner Verbundenheit mit der Halle.  

Drei Männer sitzen an einem Tisch, einer steht und stellt offensichtlich Fragen
Gunther Bauer (Kegler), Gerhard Waldecker (Sport) und Matthias Weber (ehemaliger Hallenwart), berichten Bürgermeister Nils Drescher (stehend) von ihren Erfahrungen mit der MZH © Gemeinde 

1000 Stühle haben viel erlebt

Vier Männer mit Instrumenten stehen auf einer beleuchteten Bühne
Die Band K'lydoscope mit Andreas Frank (Gitarre), Fabio Di Bernardo (Bass), Simon Kammerer (Schlagzeug) und Martin Orth (Keyboard und Gesang) sorgen für coole Partystimmung  © Gemeinde

Alle Redner saßen auf den Stühlen von damals, als es 1000 ihrer Art gegeben hatte: „Das spricht für die Zuverlässigkeit von Material und Bauwerk“, unterstrich Bürgermeister Nils Drescher. „Ich kann nicht versprechen, wann die neue Plarena konkret fertig wird. Aber ich verspreche allen, dass wir im Rathaus und die, die hier für den Bau der neuen Halle verantwortlich sind, alles dafür tun rund um die Uhr, um diese fertig zu bekommen.“ Es sei in den Sommerferien nicht so leicht einen Sportbodenbauer zu bekommen, aber man arbeite daran. „Wir schaffen das und ich bin sicher, dass man dann Ende August in der Halle auch Handball spielen und das Training aufnehmen kann. „Ich freue mich auf die Spiele, auf eure Erfolge“, es wären viele Probleme und Herausforderung bei diesem Neubau zu lösen gewesen, es habe viel Pech gegeben vom gestohlenen Kabel bis zum Heizungsbau, der für Wasser in der Drei-Feld-Halle sorgte.

Für die Kegler, deren Bahnen und die Restauration im Eigenbetrieb in der MZH erhalten bleiben würden, avisierte er eine „schwierige Übergangszeit“, denn ohne Wasser und vor dem Umkleiden-Neubau sei das Training unkomfortabel: „Haltet durch“, motivierte er. Viel Spaß wünschte er noch allen Gästen für die letzten Minuten Konzert in der alten Halle und forderte auf: „Rockt noch richtig ab!“  Das ließen sich die Zuschauer nicht zweimal sagen und rückten mit den Stehtischen nach vorn an die Bühne. Im Lichtermeer der Handylampen klang die letzte Fete in der Mehrzweckhalle aus.

Inventar-Flohmarkt am Freitag, 17. Juli, 14-15 Uhr für Vereine - ab 15 Uhr für Jedermann

Plakathinweis auf einen Flohmarkt mit Gegenständen aus einer Sporthalle, die abgerissen wird, am Freitag 17.7., 14-18 Uhr
Plakat für den Flohmarkt mit allerlei Gegenständen aus der Mehrzweckhalle - der Erlös geht an die Notgemeinschaft Plankstadt © Gemeinde 

Am Freitag, 17.7, von 14-18 Uhr gibt es den endgültigen Kehraus mit einem großen Flohmarkt mit allem, was es aus 48 Jahren Sporthalle und Restaurantbetrieb noch gibt.wegen des angekündigten Wetters in der Mehrzweckhalle gibt es Zeit zum Stöbern:

- von 14-15 Uhr für ortsansässige Vereine

- ab 15 Uhr bis 18 Uhr für Jedermann

Angeboten werden Einrichtungsgegenstände wie Garderoben, Sitzbänke, Tische, Stühle aber auch Geschirr, Gläser, Dekomaterial und vieles mehr ...

Bitte nur Bargeldzahlung und den Transport der gekauften Dinge selbst regeln!