Erste Hausgeburt in Plankstadt seit sechs Jahren

Neuer Erdenbürger verschläft Besuch

Hebamme Ann-Kathrin Ullemeyer, Familie Remy mit Nevò, Bürgermeister Nils Drescher und Patrick Wiedemann vom Standesamt. © Sabine Zeuner

Nevò Luke Samuel Remy entschließt sich im Arm seines Vaters Dominik einzuschlafen. Dass gerade Bürgermeister Nils Drescher und Patrick Wiedemann vom örtlichen Standesamt zu Besuch sind, interessiert ihn wenig. Dabei ist der junge Mann, er ist gerade vier Wochen auf dieser Welt, überhaupt und im Besonderen eine kleine Sensation: Er ist der erste "Original-Plänkschter" seit Jahren, denn er wurde zuhause in Plankstadt geboren.

Schönes Zeichen in Corona-Zeit
"Sechs Jahre ist in Plankstadt keine Geburt mehr gewesen", erläutert Patrick Wiedemann und Nils Drescher freut sich: "Das ist ein schönes Zeichen, gerade in dieser schwierigen Zeit." Grund genug den neuen Erdenbürger mit einer Urkunde und kleinen Geschenkideen zu begrüßen. Handtuch, Latz und Halstuch weisen Nevò fortan als kleinen Plänkschter aus, denn die Mitbringsel sind bestickt, selbstredend in blassblau gehalten. 

Smalltalk mit Eltern und Geschwistern
Zum Reden war der Jung-Plänkschter also nicht aufgelegt. Mama, Papa und Geschwister übernahmen das aber gerne für ihn: "Wir haben uns für eine Hausgeburt entschieden, weil nicht klar war, ob mein Mann mit in den Kreißsaal gedurft hätte", schildert Judith Remy. Die Erfahrung einer Hausgeburt hatte die Dreifachmutter bereits gemacht, zudem erlebt, wie es ist ein Kind in einer Klinik zur Welt zu bringen. Mit Ann-Kathrin Ullemeyer aus Hockenheim fand sich eine kompetente Begleiterin für das Vorhaben: "Es war eine sehr schöne Atmosphäre, der Kamin war an, verströmte eine angenehme Wärme", erinnert sie sich an den 15. April 2020. Und weil Nevò selig schlummert, gibt Bruder Juri (10) gerne Antworten auf die Fragen von Nils Drescher. Der will wissen, wie es so ist für den Humboldtschüler mit dem kommenden Wechsel in die fünfte Klasse: "Vor ein paar Tagen kam Post aus Eppelheim, ich gehe ans Dietrich-Bonhoeffer-Gymnasium", teilt er mit, dass er sich auf das Neue freut. 

Ausbildung zur Tagesmutter
Seit drei Jahren lebt die kleine Familie im Ort, hat sich im eigenen Haus mit Garten bestens eingelebt. "Ich habe die Ausbildung zur Tagesmutter absolviert", erklärt Judith Remy, dass sie etwa ab August 2020 in einer der Kleinstkinderbetreuungseinrichtungen im Ort hospitieren und danach Tagesbetreuung anbieten möchte. Die Remys sind eine Familie, die offensichtlich in Plankstadt angekommen ist und sich wohl fühlt, wie Nevò, der friedlich weiterschlummert.