Gemeinderat, Partnerschafts- und Musikverein besuchen die französische Partnerstadt

Austausch, Ideen und Ausflüge verbinden

Ausflug nach Castelnau-le-Lez
In Castelnau unterwegs: Bürgermeister Nils Drescher und die Delegation aus Plankstadt mit den französischen Freunden. © Sabine Zeuner

Eines steht nach vier intensiven und schönen Tagen in und um Castelnau-le-Lez fest: die Freundschaft zwischen Plankstadt und der französischen Stadt ist aktiv und mit viel Wärme gefüllt. Herzlich willkommen geheißen begann der Austausch am Feiertag Allerheiligen mit der Niederlegung der Kränze für die im Ersten Weltkrieg gefallenen Soldaten. Eine Feierstunde, die unter die Haut ging und mit der Europahymne, die Albert Stieger, Melanie Bummel und Mathias Wehner vom Musikverein Plankstadt, auf ihren Trompeten spielten, in feierlicher Ruhe für das Gedenken noch einen hörbaren Aspekt erhielt. Im Vorfeld des 40-jährigen Bestehens der partnerschaftlichen Beziehung im Jubiläumsjahr Plankstadts, 2021, fokussierten sich die Themen der Gespräche auf die Erhaltung und Belebung der Beziehung. Castelnaus Bürgermeister Frédéric Lafforgue sprach von der „Ehe, die schon alt ist“, wies dem Besuch jedoch einen hohen Stellenwert zu, gerade in Zeiten, in denen Europa als Institution durch den Brexit vor Herausforderungen steht. In ihrer Freundschaft seien Plankstadt und Castelnau hier beispielhaft. Diese Europa umspannend auszubauen ist ein Ziel, an dem mit weiteren partnerschaftlichen Vereinigung gearbeitet werden soll. Mit Argenta in Italien ist Castelnau bereits verbunden, mit Plankstadt ist eine Zusammenarbeit in die Wege geleitet. „Wir werden mit Llíria in der Nähe von Valencia in Spanien eine weitere Partnerschaft eingehen“. avisierte Frédéric Lafforgue. Bürgermeister Nils Drescher sieht den spanischen Ort einfach „weit weg“ von der Kurpfalz, was einen regen Austausch erschweren könnte.

  • Zur Kranzniederlegung an Allerheiligen versammeln sich viele Offizielle und Bürger auf dem Friedhof. © Sabine Zeuner
  • Gerhard Waldecker, Frédéric Lafforgue, Nils Drescher und Hans-Peter Helmling legen den Kranz aus Plankstadt nieder. © Sabine Zeuner
  • Albert Stieger, Melanie Bummel und MaThais Wehner vom Musikverein spielen die Europahymne. © Sabine Zeuner
  • Castelnau bietet mit seinem geschichtsträchtigen Altstadtkern viele Sehenswürdigkeiten. © Sabine Zeuner
  • Am "castelum novum", dem die Stadt ihren Namen verdankt, gibt es den Exkurs in die Entwicklungsgeschichte.© Sabine Zeuner
  • Marie-Pierre Pombrun ist für die Kulturveranstaltungen zuständig und führt eine Gruppe zum Eiskeller. © Sabine Zeuner
  • Im "Maison Heidelberg", Haus Heidelberg, in Montpellier gibt es regen Austausch nicht nur zwischen Nils Drescher und Nadine Gruner, der Leiterin des Hauses. © Sabine Zeuner
  • Im Neubauviertel zeigt Bürgermeister Frédéric Laforgue die entstehenden und schon vorhandenen Gebäude. © Sabine Zeuner
  • In der Kirche St. Vincent gibt die Big Band des Musikvereins ein bejubeltes Konzert. © Sabine Zeuner
  • Die französischen und deutschen Gäste sind begeistert. © Sabine Zeuner
  • Im Gemeindezentrum treffen sich die Freunde beider Länder. © Sabine Zeuner
  • Bürgermeister Nils Drescher, Bürgermeister Frédéric Lafforgue, Philippe Guy (Partnerschaft) und Daníel Crépinet (Kulturbeauftragter) applaudieren einer "alten Ehe", wie Lafforgue die Partnerschaft zwischen Castelnau und Plankstadt nennt. . © Sabine Zeuner

Partnerschaftlichen Austausch neu denken
Die Impulse, die sich bei einem Besuch im „Maison Heidelberg“, dem Heidelberghaus, in Montpellier ergaben, wo dessen Leiterin Nadine Gruner begrüßte. Die Tendenz gehe eher in Richtung individualisierter Austausche Einzelner, denn für Gruppen-Begegnungen fehle es an Ressourcen. Vielmehr wolle man themenbezogen gemeinsam Projekte bearbeiten. Als weiterführende Schule mache die Karl-Friedrich-Schimper-Gemeinschaftsschule in Schwetzingen erste Schritte mit Castelnau in näheren Kontakt zu treten. Denkbar wären zudem Praktika in Firmen vor Ort – in Frankreich und Plankstadt – zu organisieren, die jungen Erwachsenen Möglichkeiten bieten.
 
Geschichte Castelnaus erfahren
Auf eine Reise in die Geschichte des Ortes Castelnau nahmen die Gastgeber die Besuchergruppe mit. Bis ins 9. Jahrhundert vor Christus reichen die keltischen Wurzeln, die im 11. Jahrhundert nach Christus von den herrschenden Grafen zu einer Festung „castelum novum“, der neuen Festung ausgebaut wurde und Namensgeber war. Eiskeller und Wehrkirche sind gut erhalten und einen Blick wert, den man mit sachkundiger Führung gerne nahm. Ins Mittelalter versetzt sah sich die Besuchergruppe beim feiertäglichen Ausflug in die Festungsmauern von Aigues-Mortes, ans Meer ging es mit der Fahrt und einem Bummel am Strand von La Grande-Motte. Bouzigues bietet ein Museum zur Austernzucht, die Spezialität wurde beim anschließenden Restaurantbesuch frisch zubereitet genossen.

Musik braucht keine Worte
Einen Blick auf die städtebauliche Entwicklung Castelnaus konnte die Delegation bei einem Rundgang durch das neue ökologische Quartier „Caylus“ nehmen. Dort sind 630 Wohneinheiten für alle Altersschichten sowie den sozialen und bezahlbaren Wohnungsbau entstanden. Beim Konzert der Big Band des Musikvereins in der Kirche Saint Vincent sorgten die Plankstadter für Gänsehautmomente, die trotz der besonderen Herausforderungen, die die Kirche an die Akustik stellte, begeistert aufgenommen wurden. Stehender Applaus honorierte die Leistung und den Schwung der Musiker. Im Anschluss war im Versammlungsraum der Kirchengemeinde der große und intensive Austausch zwischen Franzosen und Deutschen angesagt. Sehr harmonisch und mit vielen Anekdoten aus der langen Beziehung gespickt, gelang ein echter Austausch, aus dem Freunde sich spätabends trennten. „Es herrscht seit sieben Jahrzehnten Frieden, den wir wahren müssen, es geht um Europa, das wir im Kleinen in unserer Partnerschaft leben“, darin waren sich Plankstadts Bürgermeister Nils Drescher und sein Amtskollege Frédéric Lafforgue einig.