Wolfgang Wenk: Ein kurpfälzischer Alemanne

© Kobelke

Wolfgang Wenk, der Alemanne aus Bad Säckingen und die Mentalität der Plänkschter Backenbläser – eine durchaus gelungene Melange, die nun schon 48 Jahre sehr gut andauert, konnte kurz nach Weihnachten seinen 80. Geburtstag feiern.
Vor 20 Jahren begann sein beruflicher Ruhestand, als er als Mitglied der Geschäftsleitung von AstraZeneca das Unternehmen verließ, wo er als Finanzdirektor und Direktor für interne und externe Kommunikation erfolgreich zusammen mit dem früheren Geschäftsführer Professor Rudi Jansche neue Ideen zur Firmenkonzeption entwickelt hatte.

Heimat- und Kulturkreis
Ebenso glücklich und erfolgreich war in Plankstadt, wo er auch seinen Wohnsitz nahm und ein Haus baute, das Zusammentreffen mit dem früheren Bürgermeister Werner Weick und dem Heimatforscher Eugen Pfaff. Zusammen mit ihnen entwickelte er ein Konzept, das 1989 zur Gründung des Heimat- und Kulturkreises führte und als dessen Vorsitzender er über 15 Jahre lang erfolgreich den Verein aufbaute und leitete. Auch heute begleitet er gerne den Verein als Ehrenvorsitzender in allen anstehenden Fragen.

Offen blieb viele Jahre der Wunsch nach einem Heimatmuseum für Plankstadt; unter Bürgermeister Wolfgang Huckele wurde dieser langgehegte Plan mit dem Anwesen Schwetzinger Str. 17 des verstorbenen Johann Georg Treiber (als „Valtins-Schorsch“ oder auch „Keeshaffe“ im Unnamenverzeichnis des Gemeindearchivs verewigt) verwirklicht. Wolfgang Wenk war nicht nur Ideengeber und Planer, sondern auch ein emsiger Arbeiter, der zusammen mit einem vereinsinternen Bautrupp in unzähligen freiwilligen Arbeitsstunden das alte Bauernhaus sanierte, den neuen Zwischenbau integrierte und auch die Scheunensanierung mit in Angriff nahm und wie die anderen kräftig mit anpackte.

Will man die Relevanz seiner ehrenamtlichen Vereinstätigkeit kurz umreißen, so darf man rückblickend mit Fug und Recht behaupten: Ohne ihn hätte Plankstadt weder einen Heimat- und Kulturkreis und schon gar kein Heimatmuseum! Er war Mitinitiator und „Motor“ des Projekts über viele Jahre!

Bei AstraZeneca tätig
Weitere ehrenamtliche Aktivitäten bereichern sein Leben als „Ruheständler“, so seine Mitarbeit bei der Unterstützung älterer Mitbürger, seine Tätigkeiten im Lions-Club und bei der Mozartgesellschaft Schwetzingen. Wolfgang Wenk ist kein Mensch, der sein Tun an die große Glocke gehängt sehen möchte; Effizienz und tätige Hilfe sind seine Motive. Er ist ein Mensch, der von seiner christlichen Erziehung grundlegend geprägt ist. Nie war das Wort „teilen“ für ihn ein Fremdwort, was bis heute an seinem sozialen Engagement abzulesen ist. Zu seinen herausragenden Eigenschaften gehören Durchsetzungsvermögen, ein sehr großes Organisationstalent und die Fähigkeit, auch gut zuhören zu können. Bei allem beruflichen Erfolg, den er sich erarbeitet hat, zeichnet sich Wolfgang Wenk durch seine Bescheidenheit aus; und nichts mißfällt ihm mehr, als großer Aufwand um seine Person. An seinen Freunden schätzt er besonders Offenheit, Ehrlichkeit, Freude am gemeinsamen Schaffen und nicht zuletzt die Fröhlichkeit. Ein Greuel sind ihm Hinterlist, Dummheit, Angeberei, Unpünktlichkeit und Schlamperei.

Wolfgang Wenk wurde in Säckingen, das damals noch nicht Bad Säckingen hieß, geboren – er ist somit Altbadener mit alemannischer Muttersprache. Er entstammt einer alteingesessenen Säckinger Bürgerfamilie. Nach seiner Schulzeit studierte er Volkswirtschaft an der Albrecht-Ludwigs-Universität in Freiburg; von 1966 – 1969 folgte ein Trainee-Programm beim damals größten deutschen Pharma-Großhändler ANZAG in Frankfurt im Bereich Betriebsorganisation/EDV. Im Dezember 1969 nahm er ein Angebot der Rhein-Pharma Heidelberg an, die neue EDV-Abteilung aufzubauen. Am 1.7.1970 trat er dort seinen Dienst an und blieb dem Unternehmen, das später in die ICI-Pharma und schließlich in die Firma AstraZeneca überging, bis zu seinem Eintritt in den Ruhestand treu. Über verschiedene Stationen seiner betrieblichen Karriere avancierte er 1981 zum Geschäftsleitungsmitglied.

Nicht nur beruflich, auch privat kann Wolfgang Wenk mit Zufriedenheit auf sein Leben zurückblicken: Seine Frau Annette, die ebenfalls aus Säckingen stammt, kennt er seit 1961; auch Annette Wenk ist fest ins Plänkschder Vereinleben integriert; sie ist bei den Hausfrauen und beim HKK aktiv mit dabei. 1967 heirateten die beiden und 1970 wurde der Sohn Andreas in Frankfurt und 1972 Tochter Bettina in Heidelberg geboren. Natürlich gehört heute die Beschäftigung mit den Enkelkindern zu den herausragenden Aufgaben von Ruheständlern!


Text: Ulrich Kobelke

(created on 20. December 2018)