Partnerschaftsverein Plankstadt-Castelnau-le-Lez e. V. - Studienreise in die Normandie

Eines der beiden, markanten Felsentore in Étretat

Nachdem man im vergangenen Jahr mit der Studienfahrt in das Burgund eine gelungene Premiere feierte, stand die Region Normandie ganz oben auf der Wunschliste des Partnerschaftsvereins für die nächste Busreise.

Als Vorbereitung und Einstieg diente ein Lichtbildvortrag im Gemeindezentrum, den man zusammen mit der Volkshochschule veranstaltete. Das Vorstandsteam stellte danach ein interessantes und abwechslungsreiches Besichtigungsprogramm zusammen, bei dem die Themen Geschichte, Kultur und Kulinarisches im Mittelpunkt standen. Mit Busreisen Hellermann in Wiesental fand man ein engagiertes und kompetentes Unternehmen, mit dem die Zusammenarbeit bestens funktionierte. Als zentraler Standort für die gesamte Aufenthaltsdauer eignete sich das Hotel „Gold Beach“ in Asnelles bestens, somit hatte man auch hier einen Glücksgriff getan.

Frühmorgens machte sich dann die 36-köpfige Reisegruppe auf den Weg in Richtung Nordfrankreich. Busfahrer Peter Mitsch, ein echter „Plänkschter“, steuerte als erstes Reiseziel den kleinen Ort Giverny an, in dem der Claude Monet lange Zeit lebte und arbeitete. Seine weltberühmten Seerosenbilder entstanden hier, denn Monet hatte zu Lebzeiten auch einen wunderschönen Garten angelegt, der mindestens genauso sehenswert ist wie seine Gemälde. Noch während der Anfahrt erzählte Birgit Neudeck alles Wissenswerte über das Leben und Wirken des berühmten „Impressionisten.“ Damit war man bestens vorbereitet, um auf eigene Faust das Gesamtkunstwerk des Künstlers zu bewundern. Zum Glück legte auch der Regen eine kleine Verschnaufpause ein und somit war der Reiseauftakt in jeder Hinsicht bestens gelungen.

Und für die nächsten Tage sollte das Wetterglück dem Partnerschaftsverein gewogen bleiben. In Asnelles hatte man vorsorglich für den Anreisetag das Abendessen im Restaurant „La Cale“ bestellt. Der Begriff „Essen wie Gott in Frankreich“ fand hier eine erneute Bestätigung, denn das 3-Gang-Menu, dazu die passende Weinauswahl und der überaus freundliche Service sorgten für ausschließlich positive Kommentare, so dass man sich spontan entschloss, das Lokal für zwei weitere Abende zu reservieren.

Der nächste Tag wurde in Caen, der größten Stadt des Département Calvados, verbracht. Die Geschichte der Landung der alliierten Truppen in der Normandie wird im „Musée Mémorial“ sehr eindrücklich dargestellt. Bei der anschließenden Stadtführung standen nicht nur die Sehenswürdigkeiten wie z.B. die „Abbaye aux Hommes“ im Mittelpunkt, man erfuhr auch, wie sich die Kommune bis heute entwickelt hat.  Im Restaurant „Caen Grill“ genoss man in gemütlicher Runde ein gutes Menu, bevor der Abend – vielleicht bei einem Calvados – ausklang.

Mit dem Besuch der Stadt Bayeux und der Besichtigung der weltberühmten „Tapisserie“ wurde das Ausflugsprogramm fortgesetzt. Der „Teppich“ ist eine beinahe 1.000 Jahre alte Stickarbeit mit verschiedenfarbigem Wollgarn auf einer 68,30 m langen und 50 cm breiten Leinwandbahn. Erzählt wird die detailreiche Bildergeschichte der Ereignisse um die Eroberung Englands durch den Normannenherzog Wilhelm im Jahr 1066. Leider blieb danach nicht mehr viel Zeit, um sich noch etwas im schönen Bayeux umzusehen. Nachmittags standen mit dem „Cinéma Circulaire 360°“ in Arromanches und dem Besuch der Soldatenfriedhöfe in Colleville-sur-Mer (amerikanisch) und in La Cambe (deutsch) die Erinnerung an die Ereignisse des 2. Weltkrieges noch einmal im Mittelpunkt.

Hoch auf den Berg ging es dann am vierten Reisetag: Der Mont St. Michel gehört zu einer der größten Touristenattraktionen überhaupt. Die Insel liegt etwa einen Kilometer von der Küste entfernt und ist ohne Bauten nur 92 Meter hoch. 1979 wurden Berg und Bucht zum UNESCO-Weltkulturerbe erklärt. Die charmante Führerin Magali erzählte sehr kurzweilig die Geschichte des Klosterberges, zeigte interessante Ausblicke von der Insel auf das Festland und erklärte sehr anschaulich die normannische Architektur, denn es ist gar nicht so einfach, sich in den zahlreichen über die Jahrhunderte hinweg entstandenen An- und Umbauten zurechtzufinden.

Wenn man bedenkt, dass jährlich ca. 3,5 Millionen Menschen den Mont St. Michel besuchen, hatte man wohl den richtigen Zeitpunkt gewählt, denn man konnte recht gemütlich durch die engen, von Souvenirläden und Restaurants gesäumten Gassen, schlendern und fand auch noch einen schönen Platz mit einem herrlichen Blick auf die Bucht. Der Tag endete wieder mit einem leckeren Essen im Restaurant „La Cale“.

Ein besonderer kulinarischer Genuss wartete auf die Reisegruppe in Pont-L’Évêque. In der Calvados-Destillerie „Père Magloire“ bekam man bei der Besichtigung und anschließenden Verkostung einen Eindruck davon, wie diese normannische Spezialität hergestellt wird.  Die Stadt ist auch Heimat des gleichnamigen Käses und hier beginnt die Route zu den berühmten Käsesorten.

Weiter ging es in das mondäne Strandbad Deauville, wo die Reichen und Schönen zu Gast sind und waren. Die Art-Déco-Umkleidekabinen entlang des Küstenstreifens zieren die Namen berühmter Leinwandgrößen und Regisseure.

Zum Abschluss besuchte man die Stadt Dives-sur-Mer. Vom heute verlandeten Hafen stach Wilhelm der Eroberer gen England in See. Nach der Besichtigung der romanischen Kirche „Notre Dame“, für deren Restaurierung leider nur wenig Geld vorhanden zu sein scheint, sah man sich noch das sehr schön erhaltene „Village d‘ Art“ an, in dem einige Kunsthandwerk ihre Läden haben. Eine weitere Sehenswürdigkeit ist die Markthalle, die allerdings geschlossen war. Im originell gestalteten Restaurant „Chez le Bougnat“ traf man sich dann wieder zum Abendessen.

Der schönste Hafen der Normandie, der Perle der Côte Fleurie – die Stadt Honfleur trägt diese Bezeichnungen zu Recht, wovon man sich am letzten Besichtigungstag überzeugen konnte. Dr. Joachim Schäfer hatte bereits auf der Hinfahrt viele Informationen über die Geschichte und Sehenswürdigkeiten weitergegeben, so dass man auf das Kleinod an der Seine-Mündung bestens vorbereitet war.

Spektakuläre Ausblicke bot danach die Fahrt über die „Pont de Normandie“, mit 856 m Spannweite die größte Schrägseilbrücke Europas. Über zwei Kilometer Länge kreuzt dieses technische Meisterwerk die Seine, bevor man dann in die große Hafenstadt Le Havre kommt. Die majestätischen Kalkklippen von Étretat mit ihren charakteristischen Felsentoren sind Meisterwerke der Natur und mindestens genauso sehenswert.

Bevor es dann wieder Richtung Asnelles ging, wurde die Ziegenkäserei „Le Valaine“ besucht, wo man sogar ein leckeres Eis aus Ziegenmilch probieren konnte.

Ein letztes Mal traf man sich dann zum Abendessen im „La Cale“ und bereits etwas wehmütig blickte man auf die vergangene Reisewoche zurück. Ein großes Dankeschön gilt dem Organisationsteam, insbesondere Manfred Kresser. Die Reisegruppe war eine harmonische Einheit, und man darf sich schon jetzt auf eine weitere Studienreise ins Nachbarland freuen.
 
Text: G. Sauter/Foto: J. Herold